Schreck lass nach - Gelassenheitstraining

Instinktiv streicheln wir Pferd, wenn etwas Gruseliges in der Nähe ist und sich das Tier offensichtlich fürchtet. Unser Instinkt macht uns da aber leider einen Strich durch die Rechnung. Denn sowohl Pferd wie auch Hund interpretieren das Streicheln nicht in unserem Sinne. 

Ein unbekanntes Objekt wird immer auf dieselbe Art und Weise von einem Pferd unter die Lupe genommen: aufrichten, Ohren spitzen, Objekt fokussieren, evt. prusten. Der Körper ist angespannt und bereit, jederzeit die Flucht anzutreten. Nun entscheidet sich das Tier für Flucht oder keine Flucht. In der Regel orientiert sich das rangniedrigere Tier am Verhalten des Ranghöheren. Ist kein Artgenosse in der Nähe, muss es selber entscheiden. Ist ein Mensch an seiner Seite, entscheidet es, in wieweit es diesem Menschen vertraut.  

 

Wenn ein Objekt zwar unbekannt ist, aber als nicht gefährlich eingestuft wurde, wird es entweder ignoriert oder genauer untersucht. Auch dieses Vorgehen folgt einem Verhaltensmuster: langsames annähern, erst der Kopf, dann der Körper (oft mit unglaublich langem Hals), beschnuppern. Diese Untersuchung kann je nach Situation und Tier relativ schnell oder sehr langsam vor sich gehen. Die Art und Weise, wie ein individuelles Tier an ein neues Objekt heran geht, sagt viel darüber aus, wieviel Zeit für neue Dinge benötigt werden.

 

Christina Hess von Herzenspferd hat einige hilfreiche Do's & Dont's zum Gelassenheitstraining zusammengefasst:

 

"Ein paar Dinge gibt es, die Du in keinem Fall machen solltest, wenn Dein Pferd sich vor etwas gruselt: 

  • Loben: ich weiß, ein vermeintlich beruhigender Streichler ist manchmal schwer zu unterdrücken. Im Endeffekt belohnst Du damit aber die (aufgeregte) Art wie Dein Pferd mit Angst umgeht. Du lobst, also lernt Dein Pferd, dass genau das Verhalten, das es in dem Moment zeigt, erwünscht ist.
  • Das Objekt völlig ignorieren: damit fällst Du bei Deinem Pferd als Vertrauensperson durch – denn in seinen Augen siehst Du ja nichtmal die Gefahr.
  • Strafen und Zwingen: Dein Pferd mit Gewalt zum Objekt oder am Objekt vorbei zu prügeln verstärkt seine Angst. Beim nächsten Mal wird es nur noch nervöser sein." [1]

 

Gelassenheitstraining: Der “Basis-Ansatz”

Gelassenheitstraining: Der (Natural) Horsemanship-Ansatz

Gelassenheitstraining: Der Clicker-Ansatz

 

Quelle:

[1] Christina Hess, Herzenspferd.de