Knabberspass im Auslauf

Äste und Zweige sind gesunde, artgerechte Snacks für Zwischendurch. Vor allem im Wald liegen derzeit noch Äste und Reste von den winterlichen Holzarbeiten herum. In der Regel können sie, nach vorgängigem Fragen natürlich, gratis abgeholt werden. Aber Vorsicht, nicht jedes Holz ist geeignet. 

Im Herbst, Winter und Frühjahr steigt der Bedarf an faserreichem Rauhfutter, welches sich in der Rinde und den Blättern von allen möglichen Bäumen und Sträuchern befindet. Zu diesen Zeiten beginnen die einen oder anderen Pferde schon mal, ihre hölzerne Umgebung anzuknabbern. Sogar jene, die eigentlich ausreichend Raufutter zur Verfügung haben. Das ist aber nicht im Sinne des Erfinders. Die verbauten Hölzer sind oft mit Mitteln behandelt, die sicher nicht in den Pferdekörper gehören. 

Geeignete Hölzer

Haselnuss, Birke, Buche (ohne Bucheckern, diese sind stark giftig*1), Pappel-Holz, Weide, Linde, Obstbäume, Brombeere, Himbeere, Esche, Holunder, Weissdorn, Schlehdorn, Ulme. 

 

Je schwieriger sich die Rinde lösen lässt, desto länger sind die Pferde in der Regel damit beschäftigt. Insbesondere dickere Rinde von alten Bäumen ist hart und bietet Knabberspaß für längere Zeit. Junges Holz hingegen wird mitunter sehr schnell geschält, weil die Rinde noch nicht so fest sitzt. Ist sie abgeknabbert, wird das Holz erfahrungsgemäß für die Vierbeiner schnell uninteressant. 

Ungeeignete oder giftige Hölzer

Die Rinden der Esche, Erle und Eiche enthalten viele Gerbstoffe (Tannine) die Schleimhautreizungen und Koliken auslösen können. Grundsätzlich giftig sind für Pferde unter anderem Tuja (Lebensbaum), Eibe, Robinie (Pseudo-Akazie), Buchsbaum, Sadebaum, Liguster, Akazienarten und Walnuss. Letztere enthalten Gerbsäuren, die eine Hufrehe auslösen können. In Tuja sind es im Besonderen 
die ätherischen Öle, die zu Magen-Darm-Entzündungen, Krämpfen, Leber- und Nierenschädigungen führen können. [1]

 

Bei Nadelhölzern ist vorsicht geboten. Es empfiehlt sich, tendenziell eher darauf zu verzichten. Wir haben im Beitrag "Knabbern bis der Tierarzt kommt" bereits darauf aufmerksam gemacht.  

 

Tipp

Die Äste und Zweige können gebündelt an verschiedenen Stellen aufgehängt werden. Somit wird quasi der Baum simuliert, der Knabber- und Spieltrieb angeregt und die Äste werden nicht über den ganzen Paddock verschleppt. 

 

WICHTIG: wer sich nicht sicher ist, um welches Gehölz es sich handelt, lässt besser die Finger davon. 

 

*1 Bucheckern sind die Früchte der Rotbuche

 

Quelle:

[1] St. Georg