Über Rollkur und Tüddeltanten

Die Gänge eines Gangpferdes werden so spektakulär herausgeritten, bis sich auch der letzte Rückenmuskel verabschiedet hat. Hat der Reiter mit dieser Art des Reitens auf Turnieren Erfolg, scheint das immer ein Freibrief zu sein, unantastbar für Kritik. Gedanken zum Jahr 2018, geschrieben von Bianca Rieskamp.

Es ist ein nicht zu unterschätzendes Thema: die erfolgreichen Turnierreiter, egal in welchem Pferdesportbereich, üben eine Vorbildfunktion aus.

 

Sprich, wenn die Turnierreiter Kandaren als "Hilfsmittel" benötigen, um ihre Ponys auf einer umzäunten Ovalbahn unter Kontrolle zu halten und die Pferde dennoch fluchtartig um die Ovalbahn rasen, ist das genau das Bild, welches als Ideal vermittelt wird. Und mit der eigentlich wünschenswerten, vermehrten Dressurarbeit hat leider auch die Rollkur ihren bedaurnswerten Weg zum Islandpferd gefunden.

 

Natürlich ist das jetzt etwas überspritzt formuliert und trifft Gott sei Dank nicht auf alle erfolgreichen Turnierreiter zu. Aber ähnlich wie es die Autorin bei einer jungen Dressurreiterin erlebte, gibt es im Islandpferdesport auf internationaler Ebene top erfolgreiche Reiter, deren Umgang und Reitstil keines Lobes würdig ist.

 

Für 2018 wünschen wir uns, dass die Reiter und Zuschauer nicht nur das Ergebnis resp. die errittenen Noten und Platzierungen würdigen, sondern auch den Weg dahin. 

 

Text über Rollkur und Tüddeltanten (Töltknoten)