Tragödie aus Island

ISLAND. Ein Tierarzt tötete im August diesen Jahres auf Anordnung der Veterinäraufsichtsbehörde 4 Hengste mit einem Schuss in den Bug. Das Onlineblatt Visir berichtete von den tierschutzwidrigen Tötungsbedingungen. 

Einige Tage nach dem die Zeitung über den Vorfall berichtete, hat die MAST eine Klarstellung der Ereignisse verlangt. Die Bilder und Videos sprechen allerdings eine ganz eigene, erschreckend grausame Sprache. 

 

Im IcelandReview ist nachzulesen: "Die Angelegenheit findet ihren Ursprung in dem Umstand, dass sich ein gutes Dutzend Hengste auf einer weitgehend abgefressenen Weide des Hofes Skriðuland befunden hatte. Sie rannten durch den Zaun und liefen auf Futtersuche in die Berge. Dort landeten sie auf der Weide eines benachbarten Hofes, wo Stuten, Fohlen und Wallache grasten. Es kam zum Kampf unter den Pferden, vier davon wurden so schwer verletzt, dass sie vergangene Woche eingeschläfert werden mussten. [...] 

 

Die Veterinäraufsichtsbehörde organisierte den Tierarzt mit einem Gewehr und bestellte ihn an den Hof. Die Hengste, die getötet werden sollten, wurden in den Stall getrieben und einer nach dem anderen herausgelassen und wie am Fliessband erschossen, wie Vísir schreibt. [...]

 

Den Fotos nach zu urteilen haben es zwei erschossene Hengste jedoch eine lange Wegstrecke vom Stall in die Weide geschafft. Der rote Hengst liegt weit draussen auf der Weide, der schwarze Hengst ist aus dem Paddock gelaufen, verfing sich im Zaun auf der anderen Seite und verendete dort."

 

Das Vorgehen ist klar tierschutzwidrig, auch im Tierschutzgesetz von Island. Die Begründungen seitens Tierarzt zum Schuss aus der Ferne in den Bug ist überhaupt nicht plausibel. Es bleibt offen, was genau vor sich ging. Aber die Luftaufnahmen und der kurze Drohnen-Video erzählen eine erschreckende Geschichte, die mit der harmloseren Version von Veterinäraufsichtsbehörde  und Tierarzt nicht übereinstimmen kann. 

 

Wir können im Namen der noch lebenden Tiere nur hoffen, dass diese Aktion ein Nachspiel für die Verantwortlichen haben wird. Falls nicht, ist es ein weiterer, schwarzer Fleck auf der mittlerweile grauen Weste von Island's Umgang mit Tieren. 

 

Bilder und Video sind unter diesem Link einsehbar.