3. Moosblick Patrouillenritt 2017 in Iffwil

Bei hervorragenden Rahmenbedingungen, strahlend blauem Himmel und viel Sonnenschein

fand am Samstag 07. Oktober 2017 der 3. Moosblick Patrouillenritt in Iffwil statt. 38 Reiterpaare starteten im Abstand von 5 Minuten und nahmen den abwechslungsreichen Parcours unter die Hufe.

Text: Christoph Lanz

Bilder: Nadine Zwahlen, Stefanie Hayoz, Christoph Lanz

 

Beim Start auf dem Königshof zeigte sich die gesamte Breite von Pferden und Reitern: Es waren mit Isi’s, Freibergern, Arabern, Tinkern, Fjordpferden, Westernpferden und vielen

mehr ein buntes Gemisch an Pferden am Start. Aber auch bei den Reitern traf man

alle Schattierungen an: Junge und gesetztere Semester, routinierte und Einsteiger, Reiter mit Begleitpferd oder Hunden, Freizeitreiter und Weltmeister wie Lara Balz mit ihrer Stute Trú: alle hatten Spass und freuten sich auf den bevorstehenden Ritt.

Mirjam mit Gaska vom Neuhof und ich mit Blaeja von der Krähenweide starteten als Nummer 28 um 10.35 Uhr in das Abenteuer. Während Blaeja bereits vor 2 Jahren Ihre Patrouillenritt-Premiere erlebte, war es für Gaska und Mirjam die erste Teilnahme. Gleich am ersten Posten auf dem Hof Vindheimar wurden unsere Pferde gefordert. Es galt einen anspruchsvollen Trail mit Brett und Slalom zu bewältigen, der als Höhepunkt über eine Plane, belegt mit Ästen und PET-Flaschen führte. Beide Pferde waren extrem tapfer und liessen sich von diesem, für sie doch sehr merkwürdigen Untergrund und den verursachten Geräuschen nicht aus der Ruhe bringen. 

 

Weiter ging’s in flottem Schritt und Trab durch den Gumpisbergwald zur Brätlistelle im Vitaparcour-Wald. Hat von euch schon mal jemand versucht, mit einem ganzen Apfel im Mund Begriffe wie Steigbügelhalter, Mähnenkamm oder Sattelunterlage zu sagen? Mirjam gab jedenfalls Ihr Bestes und ich versuchte, aus den sich teilweise sehr ausserirdisch anmutenden Lauten, den richtigen Begriff zu erraten. Den Apfel, beziehungsweise was davon übriggeblieben ist, haben unsere beiden Stuten anschliessend genüsslich vertilgt.

Über die Ebene in Richtung Grafenried zu Posten 3 töltend genossen wir die wärmenden Sonnenstrahlen bevor wir plötzlich am Waldrand bei Jegenstorf eigenartige Geräusche vernahmen. Es galt, Vogelstimmen den jeweiligen Vogelarten zuzuordnen. Mirjam entpuppte sich als gewiefte Ornithologin, die sogar das Gezwitscher einer Meise erkannte. Blaeja und ich übernahmen es dann, diese Vögel (natürlich nur die Bilder davon) in der richtigen Reihenfolge an einer Wäscheklammer aufzuhängen.

Posten 4 war unser Joker-Posten.Die von uns erreichte Punktzahl zählte doppelt! Dieses Wissen verursachte unterwegs bei uns eine gewisse Nervosität, zumal uns der Name des Postens mit «Badminton» nicht gerade euphorisch stimmte. Wir machten allerdings die Rechnung ohne unsere super Pferde: beide standen wie Statuen komplett still, während sich Mirjam und ich obendrauf den Federball-Match unseres Lebens lieferten. Während dem Spiel stellte uns Therese auch noch Fragen zu Badminton, deren Beantwortung insbesondere mich vor eine Herausforderung stellte: nebst Spielen musste ich gleichzeitig zuhören, überlegen und antworten: Multitasking-Fähigkeiten war gefragt.

Im Wald oberhalb von Etzelkofen folgte dann eine Aufgabe namens «Activity», wir durften uns vom Pferd aus gegenseitig Begriffe erklären, zeichnen oder mit Pantomime vorführen. Ich musste dabei feststellen, dass sich meine zeichnerischen Fähigkeiten in sehr engen Grenzen halten, die verzweifelten Blicke von Mirjam auf mein Gekritzel sprachen Bände.

Dem Waldweg folgend ging es bei der nächsten Aufgabe sehr urchig zu: An Posten 6 sollte der Unspunnen-Stein möglichst weit geworfen werden. Nein, natürlich nicht das Original, das hätten wohl die Wenigsten von uns auch nur hochheben können. Ich habe mir sagen lassen, dass der Tagessieger in dieser Disziplin den Ersatz-Stein (ca. 10 kg) deutlich über 5 Meter wuchtete. Gaska konnte in dieser Prüfung Ihr Talent im Steinziehen zeigen, musste sie mir doch jeweils den Stein zum Werfen in einem Korb hinter sich herziehend wieder zurückbringen.

Unsere vorletzte Aufgabe «Wimbledon» gingen wir dann etwas zu leger an, wir wähnten uns nach dem langen Ritt geistig und körperlich wohl schon im Ziel. Zwar mussten wir beim Balancieren des Tennisballs mit dem Racket keinen Fehlversuch in Kauf nehmen, wirklich schnell waren wir allerdings auch nicht und verschenkten hier wertvolle Punkte.

Um 15.00 Uhr im Ziel auf dem Königshof angelangt, mobilisierten wir die letzten Kräfte und versuchten uns beim Kuh-Memory zu erinnern, wie all die Kühe auf den Postenbeschriftungen ausgeschaut hatten und welche Namen sie getragen hatten: wir scheiterten kläglich! An Kendra von Posten 1 konnte ich mich noch erinnern, weil Sie auf dem Bild so schön entspannt geschlafen hat, aber danach musste ich passen. Einzig Fina-Colada hat sich bei mir noch festsetzen können (böse Stimmen behaupten, dass ich mir diesen Namen nur wegen dem sehr ähnlich lautenden Getränk habe merken können).

Es war einmal mehr ein unvergesslicher Patrouillenritt, den wir alle gemeinsam bei einer leckeren Kürbissuppe und Würstchen ausklingen liessen, und so auch noch Gelegenheit hatten, zu fachsimpeln,zu lachen und die eine oder andere Anekdote zu hören, wie es den anderen denn auf Ihrem Ritt so ergangen ist. So gibt es zum Beispiel die Geschichte vom schwarzen Hengst, der am Morgen vor dem Ritt das Start- und Zielgelände rund um den Königshof selbständig inspiziert hat, um dann ganz entspannt wieder zurückzukommen und sich für den Start aufsatteln zu lassen.

Bei der anschliessenden Rangverkündigung durften dann alle Teilnehmer und Helfer eine Erinnerungsplakette entgegennehmen und vom reich bestückten Gabentisch einen Preis auswählen.

Ich möchte mich im Namen der Teilnehmer beim Moosblick-Team Nadine, Claudia und Simone für die Organisation und den Helfern an den Posten, Sponsoren, dem Königshof und allen die ich jetzt noch vergessen habe für ihren Einsatz und die unzähligen Stunden Fronarbeit recht herzlich bedanken. Wir freuen uns schon heute auf die Austragung 2019!