Knotenhalfter - Fluch oder Segen?

Beim "Horsemanship" gehört das Knotenhalfter zur Standardausrüstung. Das Knoti hat sich in den letzten Jahren aber so stark etabliert, dass es in allen möglichen Bereichen und Sparten Anwendung findet. Es wird in kaum einem Stall fehlen. Weshalb aber lassen sich Pferde so gut damit händeln?

Text: Angi Böni

 

Das sogenannte Natural Horsemanship (NHS), vor allen anderen stark geprägt durch Pat Parelli, brachte auch das Knotenhalfter in unsere Stallungen. Nach der anfänglichen Euphorie - ausgelöst durch ein wirklich sehr gutes, medienwirksames Marketing - werden aber immer mehr kritische Stimmen laut. NHS hat viel mit Dominanz und noch viel mehr mit Druck zu tun. Das bestreiten auch die NHS-Verfechter nicht. Es handelt sich um eine Ausbildungsmethode, in der sich die Einen wohl fühlen, währende Andere nur angestrengt die Stirn runzeln können. Ich persönlich habe das eine oder andere von Parelli übernommen, gehöre aber eher zu den Kritikern. Es gibt mittlerweile zu viele selbsternannte NHS-Profis, bei denen das Seilschwingen und Ruckeln eher Tierquälerei als einer natürlichen Ausbildung gleichkommt.

 

Die typische NHS Ausrüstung nimmt dabei eine wichtige Rolle ein. Sowohl das Knotenhalfter wie auch das Bodenarbeitsseil mit schwerem, grossen Panikhaken üben starken Druck aus. Das schwere Seil übt in Kombination mit dem 6mm breiten Knotenhalfter bereits mit seinem Eigengewicht hohen Druck auf das Genick aus. Wird daran geruckelt, verstärkt sich der Druck erheblich. Die Knoten sind nicht zufällig, sondern platzieren sich an besonders empfindlichen Punkten. Weshalb auch "schwierige" Pferde mit dieser so sanft anmutenden Ausrüstung sehr schnell lammfromm werden, erklärt die Fachbuchautorin und Pferdetrainerin Daniela Schinko in ihrem Blog: Gedanken zum Knotenhalfter unter anatomischen Gesichtspunkten

 

Jeder, der aus welchen Gründen auch immer ein Knotenhalfter verwendet, muss über dessen Wirkungsweise unbedingt Bescheid wissen.