Kräutergarten im Paddock

Wir meinen es gut mit unseren Vierbeinern und füttern gerne mal das eine oder andere Kraut. Die Hersteller bieten auch allerlei schön verpackte und wohlriechende Kräutermischungen für beinahe jedes Problem an. In der Regel werden getrocknete Kräuter dann mit Müsli gemischt. Aber würden es die Pferde auch fressen, wenn wir sie frisch und pur anbieten würden?

Bei der Kräuterfütterung ist immer Vorsicht geboten. Es ist nicht wirklich erforscht, wie Kräuter bei Pferden genau wirken. Die Empfehlungen und Mischungen beruhen auf Erfahrungswerten und nicht selten sogar lediglich auf Erfahrungswerten am Menschen. Was bei uns beruhigend wirkt, kann bei Pferden toxisch sein. Bekannt sind nur wenige wissenschaftliche Studien über die Wirkungsweise von Kräutern bei Pferden. Und speziell bei der Fütterung von Einzelkräutern ist Vorsicht geboten, da hier die Dosis entscheidet, ob das Kraut hilft oder gar schadet. Einzelne Kräuter können ab einer bestimmten Dosierung für Pferde tödlich enden. Bei Kräutern gilt daher, im Zweifelsfall immer zuerst einen Experten zu Rate zu ziehen und nicht wahllos zu füttern.

 

Kräuterbeete im Pferdestall

Eine schöne Variante, wie wir unseren Pferden die zusätzliche Versorgung mit Kräutern ermöglichen können, sind Kräuterbeete. Je nach Jahreszeit können unterschiedliche Pflanzen in den Beeten angeboten werden, zu denen die Pferde Zugang haben und sich selber bedienen können. Selbstverständlich funktioniert diese bedarfsgerechte Kräuterfütterung nur, wenn ansonsten artgerecht gefüttert wird, d.h. die Pferde nie hungrig im Auslauf stehen und dann aus lauter Langweile oder Hunger die Kräuter in rauen Mengen verschlingen. Der Kräuter-Selbstbedienungsladen darf keinesfalls als Raufutterersatz, sondern lediglich als Ergänzung dienen. Physisch und psychisch gesunde und artgerechte gefütterte Pferde sind durchaus in der Lage (vermutlich besser als wir), die für sie sinnvollen Kräuter nach Bedarf selbstständig auszuwählen.

 

Kräuterbeet bauen - ein Beispiel

Soll das Kräuterbeet im Auslauf oder auf anderen befestigten Flächen aufgebaut werden, bieten sich Euro-Paletten mit Aufsatzrahmen an. Sie sind sehr praktisch und relativ günstig zu bekommen, gebraucht oft sogar gratis. Dafür muss nur etwas herumtelefoniert werden, zum Beispiel beim Gemüsebauer im Dorf oder bei praktisch jeder anderen Handelsfirma. In Online Netzshops oder im Baumarkt gibt es geeignete, extrem kleinmaschige Netze, damit die Erde nicht unten rausfällt, das Wasser aber ablaufen kann. Natürlich entfallen die Paletten und Netze, wenn das Beet auf Naturboden angelegt werden soll. Der Vorteil von einem Kräuterkasten - er ist relativ einfach anzulegen und kann mit einem Gitter geschützt werden, so dass nur jene Kräuter gefressen werden, die oben durch die Gitter wachsen. Die Kräuter können sich so immer wieder erholen und nachwachsen. Bei Bedarf oder bei einem aufziehenden Unwetter kann der Kasten mit dem dazu passenden Deckel (o.Ä.) schnell abgedeckt werden.

 

Kräuterbeet bepflanzen

Gemäss Tipp vom Gärtner wird das Kräuterbeet mit einem Gemisch aus Humus und Erde befüllt. Mit feinen Kieselsteinen kann einer Verdichtung des Erdreichs und Staunässe vorbeugend entgegen gewirkt werden. Sand, Lehm und Kalk können ebenfalls eingemischt werden. Das richtige Mischverhältnis ist abhängig von den Kräutern, welche im Beet gepflanzt werden sollen. In gut bestückten Gartencenter gibt es in der Regel eine Vielzahl von bereits gezogenen Kräutern, am besten sind Wildkräuter. Andernfalls lassen sich diese auch online bestellen. Und wer den grünen Daumen hat, möchte sie vielleicht sogar selber ziehen.

 

Geeignete Kräuter

Für die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Susanne Weyrauch mit 15 Jahren Erfahrung in der Pharma- und Futtermittelbranche sind Brennnessel, Rosmarin, Weissdorn, Koriander, Tausendgüldenkraut, Löwenzahn, Wacholder, Melisse, Birke und Thymian die besten Kräuter. Im Frühjahr und Herbst kann die Fütterung von Goldrute, Brennnessel oder Klebkraut über ein paar Wochen den Fellwechsel unterstützen. Anis, Fenchel und Kümmel können mit ihren Bitterstoffen die Leber unterstützen und den Gallenfluss anregen. Rosmarin Zweige helfen den Blutzuckerspiegel zu senken, was gerade in der Weidesaison hilfreich sein kann.