Überlegungen zum Weidegang

Im Magazin IS Schweiz haben wir bereits im einen oder anderen Futterartikel das Thema Weidegang aufgenommen. Jetzt im Frühjahr beginnt in vielen Ställen wieder die Weidesaison. Aufgrund der grossen Gefahr, die bei falschem Weidemanagement lauert, kann darüber nicht oft genug informiert werden.

Natürlich existieren wie immer viele Meinungen und Ansichten zu jedem Thema. Wenn ernsthafte gesundheitliche Folgen zur Debatte stehen, sind aber nicht unbedingt Meinungen von Hunz und Kunz das Mass der Dinge, sondern viel mehr der Rat von Experten im Bereich der Verdauungsphysiologie. Es gilt immer abzuwägen, ob tatsächlich eine unabhängige Ansicht vertreten wird, oder ob es nur darum geht, möglichst Aufwand und Kosten zu scheuen. Sprüche wie "das haben wir schon immer so gemacht" oder gar keine fundierte Argumentation seitens Stallbetreiber über das Weidemanagement, sind nicht akzeptabel. Letztendlich trägt der Pferdebesitzer die Verantwortung für das Wohlergehen seines Vierbeiners und nicht der Stallbetreiber bzw. in nur sehr geringem Masse.

 

Dass die Grasflächen in unseren Breitegraden nichts mehr mit der ursprünglichen Vegetation zu tun haben und daher ein angepasstes Verhalten notwendig ist, steht indes mehrheitlich ausser Frage. Sehr spannend sind Studienergebnisse bezüglich Stockmass und Herkunft des Pferdes und die Grasaufnahmezeiten und deren Auswirkung. Wir haben dazu einen interessanten Beitrag vom Ernährungsberater Thomas Kranz entdeckt.

 

Ausschnitte: " [...] Theoretisch funktioniert der 24-stündige Weidegang erst für Pferde ab ca. 1,50 m Stockmass. Stehen die Pferde auf einer ganzjährigen Weide mit nur max. bis 5 cm Graslänge wäre die tägliche Energiemenge ausgewogen. Die Gefahr es würde zu dick werden bestünde rein theoretisch hier nicht. Vorausgesetzt man fängt nicht noch an, täglich Mischfutter zu füttern....] "

 

" [...] wer glaubt Weidegang auf einer abgefressenen Pferdeweide wäre am Ende dennoch gesünder als eine Weide mit höherem Grasbewuchs irrt leider. Kurz gefressenes Gras enthält häufig mehr Fruktan und steht unter Stress. „Gestresstes Gras“ wiederum entwickelt mit den in Symbiose lebenden Schimmelpilzen sogenannte Endophyten. Das sind hochtoxische Kaloide die das Gras normalerweise vor „Fressfeinden“ schützen soll. Treten diese Gifte vermehrt ins Blut, können auch hier unsere bekannten Stoffwechselentgleisungen wie Hufrehe, Ekzeme usw. entstehen. [...] "

 

" [...] Somit wird schon mal deutlich, dass eine Herde mit unterschiedlichen Pferderassen und –größen nicht funktioniert. Pferde unter einem Stockmaß von 1,50 m - und hier insbesondere die Robustpferderassen (Nordtyp lt. Bender) - werden selbst auf einer abgefressenen Weide zu dick und leben stets in der Gefahr einer massiven und häufig irgendwann einmal tödlich endenden Stoffwechselentgleisung. [...] "

 

 www.natural-horse-care.com