Vorschriften beim Pferdetransport

Nachfolgend listen wir euch einige wichtige Punkte aus der Tierschutzverordnung zum Thema Pferdetransport auf. Gerade die Frage ums Anbinden und die Einstreu wird immer wieder kontrovers diskutiert.

Tierschutzverordnung (TschV) Art. 157: Betreuung der Tiere

Nur fachkundige oder ausreichend instruierte Personen dürfen Tiere führen, treiben oder ein- und ausladen. Sie müssen dabei die Tiere schonend behandeln. Die Tiere müssen während des Transports von fachkundigem oder ausreichend instruiertem Personal begleitet und von diesem, soweit nötig, getränkt und gefüttert werden. Das Personal muss die Tiere regelmässig kontrollieren und für die nötigen Ruhepausen sorgen.

 

Kommentar: Die fachgerechte Betreuung während des Transports, insbesondere bei speziellen Vorkommnissen wie Pannen, Staus usw., muss sichergestellt werden.

 

Verkehrsregelordnung (VRV) Art. 74: Ausscheidungen

Beim Transport von Tieren dürfen keine Ausscheidungen nach aussen gelangen. Nötigenfalls muss der Boden mit genügend saugfähigem Material versehen sein.

 

TschV Art. 159: Rampen

Einhufer und Klauentiere [...] müssen über gleitsichere Rampen ein- und ausgeladen werden.

 

Erläuterungen: Die Rampen müssen mitgeführt und jederzeit eingesetzt werden können. Die Rampen müssen so breit sein, dass die Tiere normal ein- und aussteigen können. Auch bei Fahrzeugen mit einer sehr tiefen Einstiegshöhe müssen die Tiere über Rampen ein- und ausgeladen werden können.

 

TschV Art. 160: Anbinden von Pferden

Pferde, ausgenommen Jungtiere, müssen während des Transportes angebunden werden. Strickhalfter sind verboten.

 

Kommentar:

Die Halsanbindungen von Pferden haben immer wieder zu Verletzungen und Strangulationen

geführt. Deshalb wurden Halfter vorgeschrieben. Strickhalftern sind wegen möglicher

Schürfungen im Nacken- und Nasenbereich verboten worden.

 

TschV Art. 165: Anbindevorrichtungen

Anbindevorrichtungen müssen so fest sein, dass sie bei normaler Belastung während des Transports nicht reissen. Sie müssen so lang sein, dass die Tiere normal stehen können.

 

Erläuterungen:

Die Anbindevorrichtung ist ein Bestandteil des Fahrzeugaufbaus und sollte sich mindestens

auf Brusthöhe des zu transportierenden Tieres befinden. Die Anbindung (Strick, Leine oder Kette) zwischen der Anbindevorrichtung und dem Tier muss mindestens so lang sein, dass das Tier in normaler Körperhaltung stehen kann.

 

Kommentar:

Zu lange Anbindungen können auch Gefahren bringen, indem sich die Tiere strangulieren.

 

TschV Art. 165: Gleitsichere Böden

Gleitsichere Böden sowie Trennwände, Gatter und Stützvorrichtungen müssen verhindern, dass Tiere ausgleiten oder Transportbehälter sich verschieben können.

 

Erläuterungen:

Ein Riffelblech-, Holz- oder Gummiboden garantiert noch keine Gleitsicherheit. Die geeignete

Einstreu verhindert ein Ausgleiten. Trennwände müssen so beschaffen und fixiert sein, dass sie der Belastung der Tiere standhalten.

 

TschV Art. 164: Einstreumaterial

Der Boden der Transportmittel und –behälter muss, ausser beim gewerblichen Transport von Geflügel und Kaninchen in Standardbehältern, mit Einstreumaterial oder gleichwertigem Material bedeckt sein, das Harn oder Kot aufnimmt und für die Ruhepausen geeignet ist.


Erläuterungen:

Geeignetes Einstreumaterial muss folgende Eigenschaften haben: Staubarm, Saugfähig, Verträglich mit den zu transportierenden Tieren. Gleichwertiges Material muss folgende Eigenschaften aufweisen: Weich, Saugfähig, Verträglich mit den zu transportierenden Tieren.