Heukorb update

update - Der Heukorb ist eine noch relativ unbekannte Variante für die Versorgung von Pferden mit Heu und Stroh. 24h Zugang zu Rauhfutter bei langsamer, kontinuierlicher Nahrungsaufnahme sind immer noch das oberste Ziel. Ob uns der Heukorb dabei behilflich ist?

Produkt getestet von Sólfari-Greifi, Hákon, Magnus, Sóldis, Flauda, Blacky Senior, Hannibal, Hertogi und Saefaxi.

In einem Forum wurde der Tipp über den Heukorb gepostet. Schnell gegoogelt und die Berichte und Videos der Erfinderin gelesen und ruck zuck ein paar dieser Körbe zum Ausprobieren bestellt. Das war im Januar 2016.

 

In einen Heukorb Gala passen 12kg Heu rein! Er ist sehr leicht zu befüllen und lässt sich überall aufhängen. Die Heukörbe wurden in wenigen Tagen sehr gut akzeptiert. Das Heu aus den Körben zu bekommen, ist allerdings keine einfache Aufgabe, was ja auch der Sinn der Sache ist. Die Beschäftigung damit scheint den Test-Ponys dann aber doch Spass zu machen. Oft stehen sie zu dritt oder viert um einen Korb...das sieht dann irgendwie aus wie Teamwork ;-) Der eine oder andere hat schon entdeckt, dass man die Körbe schütteln kann, um das herausfallende Heu dann vom Boden aufzulesen...der Spieltrieb lässt Grüssen. Dem Ziel, den Pferden über eine möglichst lange Zeitdauer Heu und Stroh zur Verfügung zu stellen, ohne sie dabei zu überfüttern, kommt die Fütterung mit dem Heukorb schon sehr nahe. Die Pferde sind deutlich länger mit der Nahrungsaufnahme beschäft. Je grobstängeliger das Heu, desto länger lässt sich die Fütterungsdauer erweitern. Ein 24h Zugang zu Raufutter ist - bei entsprechendem Heu - mit dem Heukorb durchaus denkbar.

 

Auch heute noch, im Januar 2017 - zwischenzeitlich musste auf Fütterung aus Raufen umgestellt werden - ist die Freude gross, seit 4 Monaten wieder mit Heukörben füttern zu können (eigener Stall sei Dank). Der Versuch, das Heu abzuwägen und den Pferden nur diese Menge in den Körben zur Verfügung zustellen, scheiterte auf ganzer Linie. Morgens um 6:00 gefüttert, waren die Körbe bis Mittag leer gefuttert. Nach langem hin und her und ein paar weiteren aufwändigen Versuchen, fiel der Entscheid, ohne Abwiegen Heu satt in den Körben anzubieten. Nach ein paar fressreichen Tagen (oder waren es Wochen?) hat sich der Konsum soweit eingependelt, dass stets Heu zur Verfügung steht, die Ponys aber dennoch immer wieder Fresspausen zum Spielen oder Dösen einlegen und alle in good shape sind. Ein kleines Heubäuchlein darf es gerade im Winter aber schon sein, welches dem geneigten Pferdemenschen eigentlich nur die artgerechte Fütterung unter Beweis stellt. Selbstverständlich ist aber der Heukorb alleine noch nicht für go oder no-go der 24h-Fütterung verantwortlich. Neben für Nordtyp-Rassen geeignetem qualitativ hochwertigem Heu bedarf es einem grosszügigen, gut strukturierten und spannend angelegten Offenstall der zum Bewegen anregt, sowie einer harmonischen, aktiven Gruppe. 

 

Die Gefahr, dass sich beschlagene Pferde im Netz verhaken, bleibt natürlich auch bei den Heukörben bestehen. Daher empfiehlt es sich, eine Sollbruchstelle einzubauen. Zum Beispiel mit dem Equi-Ping von Krämer.

 

Vorteile der Körbe:

- viel Fassungsvermögen (deutlich weniger Arbeitsaufwand)

- sehr lange Fresszeiten und langsame Nahrungsaufnahme

- Beschäftigung über den ganzen Tag mit Heu zupfen und knabbern

- keine starre Kopf-Hals-Haltung, da sich der Korb ständig bewegt

- einige Pferde bevorzugen den Korb sogar lose herumliegendem Heu

 

Nachteile der Körbe:

- Gefahrenpotenzial ähnlich wie bei Heunetzen

 

Zu kaufen bei www.spielzeugversand.de für EUR 79.95 (liefert auch in die CH)

 

Weitere Informationen:

http://www.laufstall-hollergarten.de/Heukorb.htm

https://www.youtube.com/watch?v=6N4Euh71N4E

HEU-TO-GO

Auch entdeckt und sehr spannend, die HEU-TO-GO Konstruktion. Ebenfalls eine tolle Sache. Einen Testbericht und ein Video findet ihr auf einer unserer Lieblings-Homepages www.offenstallkonzepte.com