Karlslund baumloser Sattel

Ein baumloser Sattel - dessen Vorteile die Passform für viele Pferderücken und engen Kontakt sein sollen, erscheint zunächst als eine praktische und kostengünstige Alternative für Zwischendurch.

Die Internet-Recherche ergibt nur positive Berichte und Empfehlungen; der Sattel passe auf die unterschiedlichsten Pferdetypen, ob dick oder dünn. Der Sattel rutsche bei keinem Pferd kein bisschen und alle Pferde würden sehr viel freier und lockerer laufen. Klingt doch zu gut um wahr zu sein, oder nicht?

 

Der Hersteller beschreibt den Sattel wie folgt: "Ein baumloser Sattel mit Single-Layer-Konstruktion, der einen aussergewöhnlich engen Kontakt zum Pferd, zusammen mit guter Unterstützung und Komfort für den Reiter gewährleistet. Hergestellt mit einer speziellen Schulterfreiheit, für freiere Bewegung der Pferdeschulter. In zwei Farben erhältlich: Schwarz und Braun/Zweifarbig. Karlslund Kontakt2 gehört zu einer neuen Generation von baumlosen Sätteln, die keine spezielle Decke oder Unterlage benötigen - dadurch besonders enger Kontakt zum Pferd. Der Sattel ist mit einem Kopfeisen ausgestattet, um sicherzustellen, dass es nicht auf den Widerrist des Pferdes drückt. Die Polster mit Latexschaum, zusammen mit einem breiten Kissenkanal, sorgen für eine gute Gewichtsverteilung. Der Sattel ist in zwei Sitzgrößen bestellbar: 16"/ Länge ca. 44cm. 17"/ Länge ca. 46 cm."

 

Das Testergebnis

Der Sattel wurde, via Amazon bestellt, nach gut einer Woche geliefert. Auf den ersten Blick hinterliess er einen sehr guten Eindruck. Der K2 schien gut verarbeitet und fühlte sich leicht und geschmeidig an. Einzig irritierend war bereits zuvor, dass der Sattel über ein Kopfeisen verfügt. Ist doch gerade das Kopfeisen eines jener Bestandteile des Sattels, welches am Häufigsten nicht passt. Trotzdem wurde der Sattel auf verschiedene Pferderücken gelegt, erstmal ohne Gurt und Bügel. Schon dabei viel auf, dass das Kopfeisen eher eng eingestellt ist und die versprochene Breite des Wirbelkanals wohl im Auge des Betrachters liegt. So richtig passend schien er für keinen der sechs zur Verfügung stehenden Pferderücken. Auch die nicht abgerundeten Kissen wie man sie bei eigentlich jedem anderen Sattel findet, fielen eher negativ ins Auge. Das nächste waren dann die kürzeren (Lang-) Strippen, so dass die längste (Kurz-) Gurte hervorgekramt werden musste. Zum Glück verfügt "Frau" ja über viel zu viel Zubehör. Nachdem die Steigbügelriemen mit mehr oder weniger hochrotem Kopf endlich befestigt waren, ging es ab in den Sattel. Natürlich ging das Aufsteigen nicht einfach so über die Bühne, denn so ein baumloser Sattel hat durchaus gerne mal die Tendenz, dem Aufsteigenden wohlwollend entgegen zu kommen. Obwohl zum Sitzen sehr bequem, hat sich das kantige Kissen unter dem Reitergewicht ganz ordentlich in den unbedarften Pferderücken gebohrt und zwischen Wirbelsäule und Reiterhintern nur noch ein Hauch von Nichts übrig gelassen. Alles in allem war der praktische Test mit dem K2 auf dem Pferderücken nach 30 Sekunden vorbei. Nicht mal für einen richtigen Testritt hat's gereicht.

 

Mehr Informationen über den K2 von Karlsund gibt es auf der Homepage. Bei Amazon kann der Sattel für EUR 870 erworben werden. Die Rücksendung aus der Schweiz ist zwar unkompliziert, kostet allerdings CHF 40.

 

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Produkt getestet von Angi Böni